Heute wirkt Pegasus Bridge wie ein ruhiger Ort am Wasser. Doch in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 begann hier eine der präzisesten und berühmtesten Operationen des D-Day.
Britische Soldaten landeten mit Lastenseglern nur wenige Meter von der Brücke entfernt, überraschten die deutschen Verteidiger und nahmen den Übergang innerhalb weniger Minuten ein.
Damit sicherten sie einen entscheidenden Teil der östlichen Flanke der alliierten Landung.
Die damalige Brücke von Bénouville führte über den Caen-Kanal und lag an einer strategisch entscheidenden Stelle.
Nur wenige hundert Meter weiter östlich befand sich eine zweite wichtige Brücke über die Orne bei Ranville, die später den Namen Horsa Bridge erhielt.
Beide Übergänge mussten möglichst unbeschädigt in alliierte Hand fallen.
Wären sie zerstört worden, hätten die britischen Luftlandetruppen östlich der Orne nur schwer unterstützt werden können.
Wären sie dagegen in deutscher Hand geblieben, hätten deutsche Einheiten die Brücken für Gegenangriffe in Richtung der Landungszone bei Sword Beach nutzen können.
Die Aufgabe war deshalb eindeutig:
Landen. Die Brücken erobern. Und sie halten.
Pegasus Bridge hieß ursprünglich Bénouville Bridge.
Nach der Befreiung erhielt sie ihren heutigen Namen nach dem geflügelten Pferd Pegasus, dem Symbol der britischen Luftlandetruppen.
Die historische Originalbrücke steht heute im Park des Mémorial Pegasus.
Unter dem Kommando von Major John Howard machte sich eine kleine britische Angriffstruppe in der Nacht auf den 6. Juni auf den Weg in die Normandie.
Insgesamt sechs Airspeed-Horsa-Lastensegler wurden über den Ärmelkanal geschleppt.
Drei sollten unmittelbar neben der Brücke von Bénouville landen, drei weitere in der Nähe der Brücke über die Orne bei Ranville.
Das Entscheidende war die Überraschung.
Die Segler flogen ohne Motorengeräusch auf ihre Landezonen zu und setzten kurz nach Mitternacht unmittelbar neben ihren Zielen auf.
Der erste Horsa kam nur wenige Dutzend Meter von der Brücke entfernt zum Stillstand.
Innerhalb von Sekunden verließen die Soldaten die beschädigten Segler und stürmten auf die Brücke zu.
Die ersten Lastensegler erreichten den Zielraum gegen 00:16 Uhr.
Bereits rund zehn Minuten später befand sich die Brücke von Bénouville in britischer Hand.
Was monatelang geplant und immer wieder trainiert worden war, entschied sich in nur wenigen Minuten.
Die ersten Horsa-Lastensegler setzen unmittelbar neben der Brücke von Bénouville auf.
Die Soldaten von Major John Howard verlassen die Segler und beginnen sofort mit dem Angriff.
Britische Soldaten stürmen über die Brücke.
Die deutschen Wachposten werden überrascht und die Verteidigungsstellungen angegriffen.
Die Brücke von Bénouville befindet sich in britischer Hand.
Auch die nahe gelegene Brücke über die Orne bei Ranville wird erfolgreich erobert.
Weitere Soldaten der 6th Airborne Division erreichen den Bereich.
Die Männer müssen nun genau das tun, worauf sie sich vorbereitet haben:
Die Brücken gegen deutsche Gegenangriffe halten.
Britische Truppen, die zuvor über Sword Beach gelandet sind, erreichen schließlich den Bereich der Brücken.
Damit entsteht die wichtige Verbindung zwischen den Luftlandetruppen im Hinterland und den vom Strand vorrückenden Einheiten.
Der Einsatz der Horsa-Gleiter war einer der spektakulärsten Teile der Operation.
Da sie keinen Motor besaßen, konnten sie nach dem Ausklinken nahezu lautlos auf ihre Ziele zufliegen.
Die Piloten mussten die großen Segler nachts auf winzigen Landeflächen unmittelbar neben den Brücken zu Boden bringen.
Fünf der sechs Gleiter erreichten ihre vorgesehenen Ziele in unmittelbarer Nähe.
Diese außergewöhnlich präzise Landung war eine der Voraussetzungen für den schnellen Erfolg der Operation.
1 · BRÜCKE & ÜBERGANG
Die Brücke musste unbedingt intakt erobert werden.
Eine zerstörte Brücke hätte den späteren Vormarsch und die Verbindung zwischen den alliierten Einheiten erheblich erschwert.
2 · DEUTSCHE WACHPOSTEN
Die Übergänge waren bewacht.
Deutsche Soldaten hielten Stellungen an den Brücken und konnten bei einem Angriff schnell reagieren.
3 · EXTREM KLEINE LANDEZONEN
Die Horsa-Gleiter mussten nachts auf winzigen Flächen zwischen Kanal, Straßen, Feldern und Hindernissen landen.
Schon wenige Meter Abweichung konnten über Erfolg oder Scheitern entscheiden.
4 · GEFAHR VON GEGENANGRIFFEN
Die Einnahme der Brücken war nur der erste Teil der Mission.
Danach mussten Major Howard und seine Männer die Übergänge so lange halten, bis weitere britische Einheiten eintrafen.
Mit der Einnahme der Brücken war ein entscheidender Teil der östlichen Flanke der Invasion gesichert.
Die Luftlandetruppen hielten Stellungen rund um Bénouville und Ranville und verhinderten, dass deutsche Kräfte die wichtigen Übergänge nutzen konnten.
Gleichzeitig warteten sie auf die britischen Truppen, die einige Stunden später über Sword Beach an Land gingen.
Als diese Verbände ins Hinterland vorrückten und den Bereich der Brücken erreichten, entstand die geplante Verbindung zwischen Strand und Luftlandetruppen.
Pegasus Bridge war damit nicht einfach nur eine einzelne Brücke.
Sie war ein entscheidendes Bindeglied zwischen zwei Teilen der Invasion.
181 Männer gehörten zur Angriffstruppe unter Major John Howard.
6 Horsa-Lastensegler starteten zur Mission.
5 Gleiter landeten nahe ihrer vorgesehenen Ziele.
Nur wenige Minuten nach Beginn des Angriffs waren die beiden entscheidenden Brücken in britischer Hand.
Eine kleine Einheit hatte damit eine Aufgabe erfüllt, deren Bedeutung weit über diesen einen Ort hinausging.
Pegasus Bridge zeigt für uns besonders deutlich, wie viel Geschichte manchmal an einem einzigen Ort zusammenkommt. Heute steht man am Wasser, sieht die Brücke, hört vielleicht die Enten am Ufer und erlebt einen Platz, der unglaublich friedlich wirkt. Und gleichzeitig weiß man, dass hier in einer einzigen Nacht jede Minute gezählt hat. Wir kommen sehr gerne am Abend hierher, wenn es ruhiger wird und die Brücke im letzten Licht des Tages liegt. Gerade dann fällt es schwer, sich vorzustellen, was in der Nacht des 6. Juni 1944 genau an diesem Ort passiert ist. Vielleicht ist genau dieser Gegensatz das, was uns an solchen Orten immer wieder berührt. Heute können wir mit unserem Van durch Europa reisen, mit unserem Kind am Wasser sitzen und diese Geschichte in Freiheit kennenlernen. Das war lange keine Selbstverständlichkeit. Geschichte verstehen. Freiheit schätzen. Das ist für uns Route 14`8.
Auch mit Kind lässt sich Pegasus Bridge sehr gut besuchen.
Gerade die große historische Brücke, die Fahrzeuge und die lebensgroße Nachbildung des Horsa-Gleiters machen die Geschichte etwas greifbarer als reine Ausstellungstafeln.
Wir würden trotzdem nicht versuchen, jedes Detail des Museums anzusehen.
Lieber eine Runde durchs Museum, danach raus ins Außengelände und anschließend noch etwas Zeit am Wasser verbringen.
Am Museum gibt es außerdem Toiletten und einen Wickelbereich.
So lässt sich der Besuch auch mit kleineren Kindern entspannt gestalten.
Pegasus Bridge ist mit Hund sehr unkompliziert.
Rund um die Brücke und entlang des Wassers könnt ihr schön spazieren und gerade am frühen Morgen oder Abend ist es hier häufig angenehm ruhig.
Auch im Mémorial Pegasus sind Hunde erlaubt.
Damit gehört Pegasus Bridge für uns zu den D-Day-Orten, die sich besonders gut mit unseren Hunden besuchen lassen.
Natürlich sollte man auf dem Museumsgelände und an den Gedenkorten entsprechend Rücksicht nehmen.
Mit dem Van ist Pegasus Bridge unkompliziert erreichbar.
Am Mémorial Pegasus gibt es kostenlose Parkplätze, sodass ihr das Museum bequem von dort besuchen könnt.
Auch die Brücke in Bénouville erreicht ihr problemlos mit dem Fahrzeug.
Wir würden den Van allerdings nicht als Grund nehmen, nur kurz anzuhalten.
Gerade Pegasus Bridge lohnt sich, wenn man das Fahrzeug einmal stehen lässt und den Bereich zu Fuß erkundet.
Brücke, Kanal, Café Gondrée und die Umgebung liegen nah beieinander.
Als Übernachtungsplatz würden wir die Museumsparkplätze allerdings nicht einplanen – für die Nacht lieber einen offiziellen Stell- oder Campingplatz in der Umgebung nutzen.
Beginne direkt an der Pegasus Bridge.
Schau dir zuerst die Brücke und die Umgebung in Ruhe an, bevor du ins Museum gehst.
Danach versteht man im Mémorial Pegasus viel besser, wie unglaublich nah die Horsa-Gleiter tatsächlich an ihrem Ziel gelandet sind.
Wenn es geöffnet ist, gehört für uns auch ein Blick auf das Café Gondrée dazu.
Nimm dir anschließend noch etwas Zeit für einen Spaziergang am Wasser.
Gerade am Abend verändert sich der Ort völlig und gehört für uns dann zu den schönsten ruhigen D-Day-Orten der Normandie.
Pegasus Bridge lässt sich außerdem perfekt mit Sword Beach kombinieren.
direkt vor Ort
Museum und die Umgebung sind komplett barrierefrei.
2026-Hinweis: Das Mémorial Pegasus ist derzeit bis 31. August 2026 geöffnet und schließt ab 1. September wegen Renovierungsarbeiten bis 2027. Der aktuelle Eintritt liegt bei 8,50 € für Erwachsene und 5 € für Kinder/Studierende
Die Brücke ist besonders schön bei Sonnenuntergang.
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