Nur wenige hundert Meter vom amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer entfernt liegt eines der umfangreichsten D-Day-Museen der Normandie.
Mehr als 10.000 originale Objekte, darunter über 40 Fahrzeuge, Panzer und Geschütze, erzählen hier die Geschichte vom Beginn der alliierten Invasion bis zur Befreiung von Paris.
Was uns am Overlord Museum besonders gefällt: Viele Exponate stehen nicht einfach nur in einer Halle. Sie sind Teil großer, realistisch aufgebauter Szenen, die einen mitten in die Ereignisse des Sommers 1944 hineinziehen.
Schon bevor man das eigentliche Museum betritt, beginnt die Ausstellung.
Vor dem Gebäude stehen historische Fahrzeuge, Geschütze und weitere große Exponate. Unter anderem gehören ein Bailey-Brückenelement und eine Borne de la Liberté zur Außenausstellung.
Im Inneren wird es dann deutlich dichter.
Panzer stehen zwischen zerstörten Häuserfassaden, Soldatenfiguren befinden sich in nachgebildeten Gefechtsstellungen und Fahrzeuge werden in Situationen gezeigt, die an originale Aufnahmen aus der Normandie erinnern.
Das Museum arbeitet viel mit Licht, Geräuschen, Kulissen und lebensgroßen Szenen.
Dadurch wirkt es weniger wie eine klassische Sammlung hinter Glas und mehr wie eine Reise durch verschiedene Abschnitte der Schlacht um die Normandie.
Dabei geht es nicht ausschließlich um die amerikanische Landung bei Omaha Beach.
Die Ausstellung führt von der Vorbereitung der Invasion über die fünf Landungsstrände und die Kämpfe um Caen bis zu Operationen wie Bluecoat, Goodwood, dem deutschen Gegenangriff bei Mortain und schließlich dem Kessel von Falaise.
Die Geschichte des Overlord Museums beginnt Jahrzehnte vor seiner Eröffnung.
Michel Leloup, geboren 1929 in der Normandie, erlebte den Zweiten Weltkrieg als Kind und Jugendlicher. Während der Kämpfe im Sommer 1944 sah er Flugzeuge über der Region, Bombardierungen und zerstörte Fahrzeuge, die nach den Kämpfen überall in der normannischen Landschaft zurückblieben. Nach dem Krieg musste die Region wieder aufgebaut werden. Michel Leloup arbeitete mit Holz und nutzte dafür ausgemustertes militärisches Gerät, darunter Fahrzeuge und technische Komponenten, die nach dem Krieg in großer Zahl verfügbar waren. Anfang der 1970er-Jahre entdeckte er in einem Sägewerk das Wrack eines deutschen Sd.Kfz. 251 Halbkettenfahrzeugs. Diesmal wollte er das Fahrzeug nicht als Arbeitsmaschine verwenden. Er wollte es erhalten. Damit begann eine Sammlung, die ihn für den Rest seines Lebens begleiten sollte. Über Jahrzehnte suchte Michel Leloup nach Fahrzeugen, Wracks, Ausrüstungsgegenständen und persönlichen Erinnerungsstücken aus der Schlacht um die Normandie. Sein Sohn Nicolas Leloup führte diese Leidenschaft weiter.
1987 wurde ein Teil der Sammlung erstmals dauerhaft in Falaise ausgestellt. Später entstand die Idee, die Sammlung näher an die Landungsstrände zu bringen und ihr ein eigenes Museum zu geben.
2008 wurde dafür Land bei Omaha Beach erworben.
2012 begann der Bau.
Am 5. Juni 2013, einen Tag vor dem 69. Jahrestag des D-Day, öffnete schließlich das Overlord Museum – Omaha Beach.
Heute umfasst die Sammlung mehr als 10.000 Objekte und über 40 Fahrzeuge, Panzer und Geschütze.
10.000+
historische Objekte
40+
Fahrzeuge, Panzer und Geschütze
ca. 2.200 m²
Ausstellungsfläche
50 Jahre
Sammlungsgeschichte
Plane das Overlord Museum nicht nur als Ausweichprogramm für schlechtes Wetter ein.
Gerade wenn du vorher bereits Omaha Beach oder den amerikanischen Friedhof besucht hast, bekommt vieles im Museum plötzlich einen direkten Bezug zur Landschaft draußen.
Wir würden zuerst Omaha Beach, danach den Normandy American Cemetery und anschließend das Overlord Museum besuchen.
So entwickelt sich der Tag vom tatsächlichen historischen Ort über die Erinnerung an die Menschen bis hin zu den Fahrzeugen und Gegenständen, die die Ereignisse greifbarer machen.
Und auch wenn die großen Panzer natürlich sofort ins Auge fallen: Schau dir unbedingt auch die kleinen Vitrinen an.
Oft sind es gerade persönliche Gegenstände, Briefe, Helme oder Karten, die länger im Kopf bleiben als das größte Fahrzeug.
Das Museum besitzt eine außergewöhnliche Anzahl restaurierter Militärfahrzeuge.
Dazu gehören alliierte und deutsche Fahrzeuge, Panzer, Halbkettenfahrzeuge, Transporter und Geschütze.
Einige Stücke gehören heute zu den seltensten erhaltenen Fahrzeugen ihrer Art.
Mehrere Bereiche beschäftigen sich mit der Vorbereitung von Operation Overlord und den amerikanischen, britischen und kanadischen Landungen.
Originale Uniformen, Fahrzeuge und Fundstücke aus der Normandie ergänzen die Szenen.
Ein besonders unscheinbares, aber geschichtlich starkes Exponat ist ein Greifhaken aus dem Angriff auf Pointe du Hoc.
Er wurde wenige Tage nach dem 6. Juni 1944 im Gelände gefunden und Jahrzehnte später Teil der
Eines der besonderen Stücke der Sammlung ist ein deutscher Sd.Kfz. 9 „Famo“.
Das Fahrzeug wurde über Jahre restauriert – nach Angaben des Museums flossen etwa 10.000 Arbeitsstunden über sieben Jahre in seine Wiederherstellung.
Nur noch wenige Exemplare dieses Fahrzeugtyps existieren weltweit.
Die Ausstellung verläuft weitgehend chronologisch.
Dadurch kann man auch ohne tiefes Vorwissen gut nachvollziehen, wie aus den Vorbereitungen der Invasion die Landung und schließlich die wochenlange Schlacht um die Normandie wurde.
Wenn du dich intensiver mit D-Day und der Schlacht um die Normandie beschäftigst, gehört das Overlord Museum zu den besonders umfangreichen Sammlungen der Region.
Vor allem die Fahrzeuge und technischen Exponate sind außergewöhnlich.
FÜR FAHRZEUG- & TECHNIKFANS
Panzer, Halbkettenfahrzeuge, Geschütze und Militärtechnik nehmen einen großen Teil der Ausstellung ein.
Wer historische Fahrzeuge liebt, kann hier deutlich länger als die offiziell empfohlenen 1–1,5 Stunden verbringen.
FÜR FAMILIEN
Durch die großen Dioramen, Fahrzeuge und lebensgroßen Szenen ist das Museum auch für Kinder greifbarer als eine Ausstellung, die hauptsächlich aus Texttafeln besteht.
FÜR D-DAY-EINSTEIGER
Die Ausstellung verläuft weitgehend chronologisch.
Dadurch kann man auch ohne tiefes Vorwissen gut nachvollziehen, wie aus den Vorbereitungen der Invasion die Landung und schließlich die wochenlange Schlacht um die Normandie wurde.
Alles Wichtige auf einen Blick
Adresse:
Overlord Museum – Omaha Beach – Rond-point d’accès du Cimetière Américain – 14710 Colleville-sur-Mer
ÖFFNUNGSZEITEN 2026
14. Februar – März: 10:00–17:30 Uhr
April – Mai: 10:00–18:30 Uhr
Juni – August: 09:30–19:00 Uhr
September: 10:00–18:30 Uhr
Oktober – Dezember: 10:00–17:30 Uhr
Die Kasse schließt eine Stunde vor Museumsschluss.
2026 ist das Museum vom 5. Januar bis einschließlich 13. Februar, am 24. und 25. Dezember sowie am 1. Januargeschlossen.
EINTRITT 2026
Erwachsene ab 16 Jahren: 9,90 €
Ermäßigt: 7,50 €
Gilt unter anderem für Kinder von 7–15 Jahren, Studierende, Lehrkräfte, Militärangehörige und Menschen mit Behinderung gegen Nachweis.
Kostenlos: Kinder unter 7 Jahren, Veteranen und uniformierte Militärangehörige sowie weitere berechtigte Gruppen.
BESUCHSDAUER
Das Museum empfiehlt etwa 1 bis 1,5 Stunden.
Wenn du Fahrzeuge, Dioramen und kleinere Exponate ausführlicher anschauen möchtest, würden wir eher 1,5 bis 2 Stunden einplanen.
TOILETTEN
Toiletten sind vorhanden.
Normandie Tourisme nennt außerdem eine Wickelmöglichkeit für Babys.
ESSEN & TRINKEN
Es gibt Automaten für Kaffee, Süßigkeiten und Sandwiches sowie einen Picknickbereich.
SHOP
Im Museum befindet sich ein Souvenirshop.
Parkmöglichkeiten befinden sich direkt beim Museum. Normandie Tourisme führt den Parkplatz als kostenlos auf; auch ausgewiesene barrierefreie Stellplätze sind vorhanden.
Das Overlord Museum ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Normale Hunde dürfen nicht frei mit ins Museum.
Erlaubt sind Assistenzhunde sowie kleine Hunde, wenn sie vollständig in einer Tasche getragen werden.
Flaggenzeremonie:
Die amerikanische Flagge wird täglich etwa eine Stunde vor Schließung eingeholt.
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