Wir starten unsere Normandie-Reise meistens hier am Juno Beach. Ab hier beginnt für uns der spannende Teil dieser Gegend. Es ist schwer den ruhigen Küstenabschnitt mit den Bildern vom 6. Juni 1944 zusammenzubringen.
Meer, Dünen, Möwen, alles was wir in der Normandie mögen. Aber sobald man anfängt, sich mit der Geschichte dieses Strandes, dieser Gegend zu beschäftigen, spürt man, dass hier nichts selbstverständlich ist.
Am D-Day landeten hier vor allem kanadische Soldaten und kämpften sich durch stark befestigte deutsche Stellungen ins Landesinnere.
Nach vier Jahren deutscher Besatzung sollte 1944 die Rückkehr der westlichen Alliierten nach Frankreich beginnen.
Mit Operation Overlord planten sie eine gewaltige Invasion: An fünf Stränden der Normandie sollte ein Brückenkopf entstehen – und damit eine neue Front im Westen Europas.
Rund 21.000 Männer landeten am D-Day im Juno-Sektor.
Etwa 14.000 waren Kanadier, weitere 7.000 Briten.
Eigentlich sollte die Invasion schon am 5. Juni beginnen. Doch Wind, hohe Wellen und schlechte Sicht machten eine Landung zu riskant.
Am 6. Juni öffnete sich ein kleines Wetterfenster. Perfekt war anders aber es musste reichen.
Der D-Day war für den 5. Juni geplant. Sturm, hohe Wellen und schlechte Sicht zwangen die Alliierten jedoch, die Invasion um 24 Stunden zu verschieben.
Alliierte Luftlandetruppen operieren bereits hinter den deutschen Linien. Die Invasion hat begonnen.
Kanadische Angriffswellen erreichen Juno Beach – vielerorts unter schwerem deutschen Feuer.
Die Kämpfe führen durch Courseulles, Bernières und Saint-Aubin. Immer mehr Truppen rücken ins Hinterland vor.
Bis Mittag befinden sich alle Einheiten der 3rd Canadian Infantry Division an Juno Beach an Land.
Gegen 19 Uhr wird der Vormarsch gestoppt. Die Kanadier sichern ihre Stellungen gegen erwartete Gegenangriffe.
Speziell umgebaute Sherman-Panzer sollten schwimmend vom Meer bis zum Strand gelangen und der Infanterie sofort Feuerunterstützung geben.
Die raue See machte das Vorhaben allerdings deutlich schwieriger als geplant.
1 · BUNKER & STELLUNGEN
Betonierte Positionen schützten deutsche Waffen und Beobachtungsposten.
2 · STRANDHINDERNISSE
Stahl- und Holzkonstruktionen sollten Landungsboote und Fahrzeuge stoppen.
3 · MINEN & STACHELDRAHT
Minenfelder und Sperren verlangsamten den Vormarsch und lenkten Angreifer.
4 · MG & GESCHÜTZE
Maschinengewehre und Geschütze konnten große Teile des offenen Strandes bestreichen.
Die Landung war nur der Anfang. Nachdem die Küstenstellungen überwunden waren, mussten die kanadischen Einheiten durch die Orte und weiter ins normannische Hinterland.
Ihr Ziel lag Kilometer hinter dem Strand. Jeder Ort, jede Straße und jede Hecke konnte zum nächsten Hindernis werden.
Am 6. Juni 1944 starben 381 kanadische Soldaten und Flieger.
Mehr als 584 wurden verwundet, 131 gerieten in Gefangenschaft.
Der D-Day war gewonnen. Der Krieg für diese Männer noch lange nicht vorbei.
Wir sind den Männern, die hier gekämpft haben, zutiefst dankbar, den Kanadiern an Juno genauso wie den Amerikanern, Briten und den anderen alliierten Soldaten. Heute fahren wir mit unserem Van frei durch Europa und zeigen unserer Tochter diese Orte. Gerade hier wird uns immer wieder bewusst, dass diese Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist.
Mit Kind würden wir Juno Beach nicht automatisch auslassen.
Das Juno Beach Centre legt ausdrücklich Wert darauf, Geschichte auch jüngeren Besuchern zugänglich zu machen. Natürlich hängt viel vom Alter und vom eigenen Kind ab. Wir würden trotzdem nicht versuchen, drei Stunden Museumspädagogik durchzudrücken, wenn die Konzentration offensichtlich längst am Strand spazieren gegangen ist.
Der große Vorteil hier: Der Strand ist tatsächlich direkt daneben.
Historisches Lernen mit eingebauter Sandpause funktioniert in unserer Erfahrung erstaunlich gut.
Mit unseren beiden Hunden ist das immer eine der ersten Fragen: Können sie mit oder beginnt jetzt wieder das große Familienlogistik-Puzzle?
Beim Juno Beach Centre gelten für Hunde besondere Regeln, die sich auch je nach Zeitraum unterscheiden können. Deshalb würden wir die aktuellen Bedingungen kurz vor dem Besuch noch einmal direkt beim Museum prüfen.
Gerade Anfang Juni gelten aufgrund der Gedenkveranstaltungen strengere Regelungen.
Hier ist Juno Beach erfreulich unkompliziert.
Direkt am Centre gibt es einen kostenlosen Parkplatz, auf dem ausdrücklich auch Campervans zugelassen sind.
Für einen normalen Tagesbesuch ist das perfekt.
Nur die Übernachtungsromantik müssen wir woanders suchen: Der Parkplatz steht lediglich während der Öffnungszeiten des Museums zur Verfügung.
01 · Juno Beach Centre
Erst verstehen, was hier passiert ist.
02 · Juno Park
Danach direkt raus auf den historischen Schauplatz.
03 · Bunkertour
Wenn möglich unbedingt mitnehmen.
04 · Strand
Nicht nur fünf Minuten für ein Foto.
05 · Courseulles-sur-Mer
Zum Abschluss würden wir noch etwas durch den Ort oder zum Hafen laufen.
Zeit: mindestens 2,5–3 Stunden.
Wenn ihr euch für Geschichte interessiert: lieber mehr.
direkt vor Ort
Museum und Strand sind problemlos möglich. Die Bunkertour leider nicht.
Das Museum lohnt sich auf jeden Fall. Genaue Infos findet ihr hier: Link zum Museum
Wir würden Juno eher am Vormittag besuchen und danach entlang der Küste weiterfahren. Dadurch bleibt am Nachmittag noch genug Zeit für einen zweiten kleineren historischen Stopp.
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